Zur Aussage „Einst übersehen, heute im Fokus des medizinischen Interesses“ habe ich mir die Zahl der Treffer bei pubmed für Cannabidiol im Vergleich zu dronabinol, delta 9 tetrahydrocannabinol, tetrahydrocannabinol angesehen. Man sieht im zeitlichen Verlauf schön die erste Phase der Cannabinoid-Forschung 1970-1980 mit einigen Treffern für CBD und zahlreichen Treffern für THC. Danach ging die Zahl der Veröffentlichungen für beide Cannabinoide runter bis sie ab und seit 2000 wieder am steigen sind. Seitdem verschiebt sich das Verhältnis von Artikeln für beide Cannabinoide.

In der ersten Forschungsphase von 1970 bis 1980 kamen 0,1 bis 0,2 Artikel über CBD auf einen Artikel über THC. Danach sank nicht nur die Zahl der Veröffentlichungen, auch kamen auf einen Artikel über THC nur noch 0,05 CBD-Artikel. Inzwischen hat sich das Verhältnis auf 0,7 x CBD auf 1 x THC verschoben.

Spannende Lektüre: Die ersten Artikel über THC und CBD, teilweise aus der Zeit vor der Isolierung.

Genaue Suchterme:

  • „cannabidiol“[All Fields]
  • „dronabinol“[All Fields] OR „delta 9 tetrahydrocannabinol“[All Fields] OR „tetrahydrocannabinol“[All Fields]
Pubmed hits: cannabidiol vs. tetrahydrocannabinol
Pubmed hits: cannabidiol vs. tetrahydrocannabinol

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Cannabinoiderg oder Cannabinerg bedeutet „auf Cannabinoide reagierend“ oder „mit Cannabinoiden zusammenhängen“ (Wörtlich: mit Cannabinoiden arbeiten). Analog zu Begriffen wie „Dopaminerg“ sind damit sowohl Proteine und Zellstrukturen, die im Endocannabinoidsystem ein Rolle spielen, wie der z.B. der CB1-Rezeptor gemeint, als auch exogene Verbindungen wie die Phytocannabinoide.

Der englische Begriff Cannabinoidergic stammt aus der Arbeit Cannabinergic ligands.

Der Begriff meint die Rezeptoren (Liganden) CB1 und CB2, GPR18, GPR55 sowie GPR119 und die dort wirksamen Agonisten, Antagonisten und Antikörper. Zudem umfasst er Transporter (Modulatoren), hier die endocannabinoid transporters (eCBTs), Enzyme (Modulatoren) sowie Vorläufersubstanzen.

Ein Beispiel für einen Transporter und Enzym ist Paracetamol. Kaempferol ist ein weiteres cannabinerges Enzym. Die Wirkstoffe werden hier anhang der Rezeptoren an denen sie wirken klassifiziert. Eine weitere Systematik für cannabinoiderge Substanzen gibt es hier.

Siehe auch: Kein Artikel zur Frage „Welcher Cannabis-Wirkstoff wirkt bei welchen Diagnosen?“

Verändert Cannabiskonsum die Verarbeitung von Gefühlen?
Verändert Cannabiskonsum die Verarbeitung von Gefühlen?

Folgenden Aufruf fand ich im Forum der hanfseite.de und im Sinne der Wissenschaft poste ich ihn hier noch einmal.

Die Kontaktdaten von der Seite der Studie: Wir haben dein Interesse geweckt? Dann melde dich bei uns per Mail (kaeli.zimmermann@ukb.uni-bonn.de) oder telefonisch unter 0160/3716430.

Der Aufruf

Hallo liebe Community,

vielen Dank erstmal für die Aufnahme! Ich komme aus Bonn und bin Medizinstudent und suche für eine MRT Studie im Rahmen meiner Doktorarbeit Kiffer aus der Region Köln/Bonn.

Mein Ziel ist es herauszufinden, welche Auswirkungen langjähriger Cannabiskonsum auf die Verarbeitung von Emotionen und Stress hat. Und das Ganze möchte ich mittels Magnetresonanztomographie (MRT) untersuchen.

Idealerweise kiffst du schon länger als 1 Jahr regelmäßig (also ab 3x pro Woche), hast Lust Geld zu verdienen und dabei junge Nachwuchswissenschaftler in ihrer Forschung zu unterstützen.

Die Eckdaten:
– 2 Termine mit insg. 7h Dauer in der Uniklinik in Bonn
– Vergütung von 70€ + Fahrtkosten + CD mit Bildern deines Gehirns
– es wird kein Kontrastmittel gespritzt, es werden keine Medikamente oder sonstige Substanzen verabreicht, es wird kein Blut abgenommen
– deine erhobenen Daten werden vertraulich behandelt und anonym ausgewertet

Ich würde mich riesig freuen, wenn einige von euch mitmachen oder Leute aus der Region Köln/Bonn kennen und auf meine Studie aufmerksam machen!!

Weitere Infos unter: http://mrtstudie-bonn.jimdo.com/

Besser kiffen mit einem Vaporizer DaVinci
Besser kiffen mit einem Vaporizer DaVinci

Zusammenfassung

Chronische Schmerzen gehören neben Spastiken zu den am Besten erforschten Einsatzgebieten von Cannabis als Medizin in seinen unterschiedlichen Darmeichformen und Applikationsmöglichkeiten. Insbesondere bei der Behandlung neuropathische Schmerzen ist der Bedarf an besseren Therapiemöglichkeiten groß. Die meisten Patienten bevorzugen das Rauchen und das Inhalieren von Cannabis unterschiedlichster Qualität. Das macht aber Vergleichbarkeit im Rahmen klinischer Studie kaum möglich.

In einer Studie in Israel wurde der Einsatz von Cannabis unter standardisierten Bedingungen mithilfe eines Verdampfers bei Schmerzpatienten untersucht. Das Ergebnis zeigt dass damit eine standardisierte Anwendung von Cannabis möglich ist. Die von Patienten bevorzugten Konsumform des Vaporisieren bietet auch weitere Vorteile bietet. Weiterlesen

Cannabis als Medizin in Deutschland...
Cannabis als Medizin in Deutschland…

Das ärztliche Handeln von Ärzten und Patienten orientiert sich in der Praxis an medizinischen Leitlinien. Der Einsatz von Cannabis als Medizin bzw. der Nichteinsatz in Deutschland kann durch Mangel von Leitlinien erklärt werden. Ohne solche Feststellungen mit wissenschaftlich fundierten Handlungsempfehlungen wird Cannabis in der Regelversorgung nicht eingesetzt werden. Es bedarf eines überdurchschnittlichen Aufwandes durch Patient oder Arzt eine Behandlung mit Cannabis einzusetzen. Neben dem Wissen mangelt es auch schon zuvor an der Bereitschaft Cannabis als Medizin anzuerkennen. Patienten scheitern oft trotz eindrucksvoller Erfahrungen an ihrem Arzt, der es nicht gewohnt ist sich von seinem Patienten belehren zu lassen.

Eine evidenz- und konsensbasierte Leitlinie zum generellen Einsatz von Cannabis als Medizin wäre der erste Baustein für die Verankerung von Cannabis als Medizin in der Regelversorgung. Die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin wäre prädestiniert für das Erarbeiten einer solchen. Das zentrale Problem wäre der Mangel an Studien zur Fundierung der Empfehlungen. Diese Wissenslücke ist das Ergebnis der Prohibitionspolitik, die auch Forschung und den Einsatz als Medizin über Jahrzehnte verhindert hat. Diese und weitere Besonderheiten bei Cannabis machen derzeit die Entwicklung einer S3-Leitlinie nach den Regeln der „reinen Lehre“ unmöglich. Angesichts des großen Potenzials von Cannabis als Medizin wäre es jedoch unverantwortbar nicht zumindest zu versuchen alles bestehende Wissen zu sammeln um zumindest schwache Empfehlungen aussprechen zu können.

Aufruf: Unterstützt die Erstellung der Leitlinie „Cannabis als Medizin“!

Siehe auch: Spenden und Verwendung

Inhalt einer provisorischen Leitlinie zum Cannabis als Medizin

Diese Feststellung basieren auf den in den Quellen genannten Dokumenten. Es gilt der übliche Disclaimer.

Bild: <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=429837">Pyschoactive Drugs</a> von Octavio L or Thoric., CC BY-SA 2.5
Bild: Pyschoactive Drugs von Octavio L or Thoric., CC BY-SA 2.5

Angeregt von einer Studie über die Todesursachen von Musikern in Abhängigkeit vom Genre habe ich eine Fragestellung formuliert. Vermutlich werde ich selbst nicht dazu kommen mich mit ihr zu beschäftigten. Aber vielleicht gibt es ja da draußen Menschen, die Zeit und Lust haben sich mit der Frage aus dem Bereich der Drogenkultur wissenschaftlich auseinander zu setzen.

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen dem Genre eines Musikers und einzelnen Drogen?

Der Zusammenhang kann bestehen im Gebrauch der Substanz, allgemeinen oder speziellen (z.B. positive) Äußerungen sowie Unfällen, Überdosierungen und Todesfällen.

Sind die gängigen Zuschreiben bestimmter Substanzen zu Musikgenres bei dieser Betrachtungsweise korrekt?

Wie stehen Vertreter und Anhänger des jeweiligen Genres zu den Substanzen und den Zusammenhängen?

Musikgenres: Die Genre sollten soweit wie nötig spezifiziert werden. Die zahlreiche Subgenres der elektronischen Musik sind vermutlich einzeln zu betrachten.

Zeitraum: Die Daten sollten das Datum beinhalten. Einzelne Zeiträume sollten getrennt betrachtet werden. Gibt es eine zeitliche Entwicklung?

Neben Musikern könnte man auch weitere Personengruppen betrachten, beispielsweise Künstler im Allgemeinen.

Cannabis kann bei Krebs helfen, aber nur in einigen Fällen auch gegen die Erkrankung selbst
Cannabis kann bei Krebs helfen, aber nur in einigen Fällen auch gegen die Erkrankung selbst

Zum Hintergrund: Da beim Thema Cannabis als Medizin im Einsatz bei Krebs leider jede Menge Unsinn verbreitet wird, würde ich eigentlich gerne einmal alle Studien, die immer wieder die Runde machen, analysieren. Was eine einzelne Studie aussagen, entscheidet sich an vielen Fragen:

  • Welche Tumorart wurde behandelt?
  • Fand das Experiment in vitro, in vivo oder an echten Menschen statt?
  • Ist es ein Einzelfallbericht oder wie groß war die Gruppe der Patienten?
  • Konnten die Ergebnisse reproduziert werden?
  • Welche Effekte beispielsweise einer gleichzeitig stattfindenden, konventionellen Behandlung wurde berücksichtigt?
  • Welche Typ Studie liegt vor?
  • Welches Cannabinoid wurde wie eingesetzt?
  • Welche Effekte wurden gefunden?
  • Wie relevant ist die Krebsart und wie gut ist die Behandlung derzeit?

Exemplarisch habe ich die Studie „Cannabidiol inhibits human glioma cell migration through a cannabinoid receptor-independent mechanism“ bewertet und auseinander genommen

Studie: Vaccani, A., Massi, P., Colombo, A., Rubino, T., & Parolaro, D. (2005). Cannabidiol inhibits human glioma cell migration through a cannabinoid receptor-independent mechanism. British Journal of Pharmacology, 144(8), 1032–1036. http://doi.org/10.1038/sj.bjp.0706134

Eingesetzes Cannabinoid: Cannabidiol (CBD)

Krebsart: Glioblastoma multiforme (GBM) Weiterlesen

Cannabis - Sicher Medizin!
Cannabis – Sicher Medizin!

Forscher aus Kanada haben in einer landesweiten multizentrischen Studie die Sicherheit von Cannabis als Medikament gegen chronische Schmerzen untersucht. Ein Jahr lang begleiteten sie  Patienten, die täglich Cannabis konsumieren und sich in einem Behandlungsprogramm für ihre Schmerzen befinden. In ihren Ergebnissen, welche im The Journal of Pain veröffentlicht wurden, fanden die Wissenschaftler bei diesen Patienten keine Anstieg von ernsthaften Nebenwirkungen im Vergleich zu Patienten die kein Cannabis gebrauchen.

Die Studie unter der Leitung von Dr. Mark Ware McGill University Health Centre (RI-MUHC) in Montréal wurde an sieben Standorten in den Städten Fredericton, Halifax, London, Montreal, Toronto und Vancouver durchgeführt. Es wurden 215 Cannabis-Patienten untersucht und mit 216 anderen Patienten mit chronischen Schmerzen verglichen. Die Patienten konsumierten durchschnittlich 2,5 Gramm Cannabis mit einem THC Gehalt von 12,5%. Das Cannabis wurde geraucht, vaporisiert oder als Nahrungsmittel zu sich genommen.

Dr. Ware bezeichnet die Studie als die erste und größte durchgeführte Studie zur Langzeitsicherheit von Cannabis in der Schmerztherapie. Sie zeigt eine signifikante therapeutische Wirkung von Cannabis. Es reduziert die Schmerzen, hebt die Stimmnug und steigert die Lebensqualität. Gleichzeitig wurde kein ernsthaften Nebenwirkungen gefunden, beispielsweise fanden sich keine schädlichen Effekte auf die kognitiven Funktionen. Gefunden wurden wenig schwere Nebenwirkungen wie Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen und – bei der Konsumform Rauchen – Atemproblemen. Weiterlesen

Schadenspotenziale unterschiedlicher Drogen nach Drug harms in the UK: a multicriteria decision analysis, Nutt et al. 2007
Schadenspotenziale unterschiedlicher Drogen nach Drug harms in the UK: a multicriteria decision analysis, Nutt et al. 2007

In meinem Beitrag „Risiko einer Abhängigkeit bei unterschiedlichen Drogen“ stellte ich eine der Quelle von Dr. Carl Hart für seine These: „Die meisten Konsumenten von legalen und illegalen Drogen werden nicht abhängig.“ vor. Die Studie „Comparative Epidemiology of Dependence on Tobacco, Alcohol, Controlled Substances, and Inhalants: Basic Findings From the National Comorbidity Survey“ von James C. Anthony et al. aus dem Jahr 1994 basiert auf empirischen Daten aus Befragungen in den USA. Das Ergebnis der Studie zum Risiko einer Abhängigkeit bei den unterschiedlichen Drogen möchte ich vergleichen mit den Expertenmeinungen aus den Studien Development of a rational scale to assess the harm of drugs of potential misuse; Nutt et al. Lancet 2007 und Drug harms in the UK: a multicriteria decision analysis; Nutt et al. Lancet 2010. Grundlage für die beiden Veröffentlichungen von David Nutt sind die Befragungen von Experten nach der Delphi Methode bzw. der Multi Criteria Analysis. Weiterlesen

Portugal:: Peace on drugs!
Portugal:: Peace on drugs!

Im World Drug Report 2009 – United Nations Office on Drugs and Crime stellt das UNODC fest, dass die Entkriminalisierung in Portugal mit den internationalen Verträgen im Einklang steht. In Portugal hat „geringe Menge“ Drogen von der Strafverfolgung ausgenommen, sie sind allerdings weiter verboten und ordnungsrechtlichen Regelungen unterworfen.

Konkret schreiben sie:

The International Narcotics Control Board was initially apprehensive when Portugal changed its law in 2001 (see their annual report for that year), but after a mission to Portugal in 2004, it “noted that the acquisition, possession and abuse of drugs had remained prohibited,” and said “the practice of exempting small quantities of drugs from criminal prosecution is consistent with the international drug control treaties…”

Ferner schreiben sie zu Portugal: Weiterlesen