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Prof. Heino Stöver and me, Maximilian Plenert, wrote the study „Policy Options for Drug Control with Reference to Trade and Consumption in Germany and Europe“ on behalf of the Friedrich Ebert Foundation, a „German political foundation associated with the Social Democratic Party of Germany (SPD)“ in 2013. The foundation merge our text with some similar documents into „From Repression to Regulation: Proposals for Drug Policy Reform“ and published it in German, Englisch and Spain. You can find our study on page 292 – 392 of the Englisch version.

Here is our introduction and the outline:

Introduction

Forty years of the Narcotics Act in Germany, 50 years of the Narcotics Control Convention and over 100 years of attempts at global drug control form the framework for the investigation of the present report on alternative policy options for reform of drug control legislation. Weiterlesen

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„Für jeden Zweck und jede Sehnsucht gibt es die passende legale oder illegale Droge. Harald Lesch geht der Frage nach, woher die Macht der Drogen kommt.

Der Besitz von Cannabis ist strafbar – doch die Inhaltsstoffe der pflanzlichen Droge sollen eine heilende Wirkung haben. Kann das beliebte Kraut sogar Krebs heilen oder führt es in die Abhängigkeit mit schweren Psychosen? Wie entsteht Sucht? […]

Harald Lesch trägt zusammen, was die Wissenschaft von den Wirkungen – und den Nachwirkungen weiß. […]

Was bewirken Drogen, und wie kann man Süchtigen helfen? Nüchtern betrachtet von Professor Harald Lesch.“ Weiterlesen

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Polizei: Verfolgung von Cannabiskonsumenten anstelle von EInbrechern
Schwerpunkt der Polizei: Verfolgung von Cannabiskonsumenten anstelle von Einbrechern

Gestern stellte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2015 vor. In den Medien dominiert das Thema Wohnungseinbrüche. So versucht der SPIEGEL zu erklären „Darum explodieren die Einbruchszahlen“: „Es fehlt an Personal für die komplexen und aufwendigen Ermittlungen.“ Bayerns Innenminister Herrmann fordert aufgrund der Zahlen eine „sicherheitspolitische Offensive“ für Deutschland: „Es geht um das Vertrauen in den Rechtsstaat“.

Weitgehend unbeachtet bliebt der erneute Anstieg bei den so genannten „Rauschgiftdelikten“. Diese stiegen im Vergleich zum Vorjahr erneut an. Die polizeiliche Kriminalstatistik  (PKS) verzeichnet ein Anstieg von +2,1% bzw. +5.870 Fälle.

74% des Anstiegs gehen auf mehr Strafanzeigen bei den Konsumumentendelikten zurück bzw. 28% des Anstiegs waren Cannabiskonsumentendelikte.

  • Allgemeine Verstöße gemäß § 29 BtMG  +2,1% +4.336
  • NICHT Allgemeine Verstöße gemäß § 29 BtMG +2,3% +1534
  • Allgemeiner Verstoß mit Cannabis und Zubereitungen +1,2% +1615
  • Unerlaubter Handel und Schmuggel mit/von Cannabis und Zubereitungen +3,9% +1135

Die Zahl der „Allgemeine Verstoß mit Cannabis und Zubereitungen nach § 29“ (sog. konsumbezogene Delikte) ist mit 132.745 so hoch wie noch NIE in der Geschichte der BRD. Auch ihr Anteil an der sog. „Rauschgiftkriminalität“ ist mit 46,97% so hoch wie noch nie. Hier die Zahlen seit 1993, ab diesem Jahr wurde das gesamte Bundesgebiet erfasst, die Zahlen davor sind nur bedingt miteinander vergleichbar.

Verfolgung von Cannabiskonsumenten erreicht neues Rekordniveau
Verfolgung von Cannabiskonsumenten erreicht neues Rekordniveau

Seit 1987 ist der Anteil der konsumenbezogenen Delikte an der „Rauschgiftkriminalität“ kontinuierlich von 62,02 % auf 75,67% gewachsen.

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Transparenz a la TTIP...
Transparenz a la TTIP…

Mir ist viel Kritik bei TTIP zu abstrakt, platt, populistisch oder basiert nur auf Feinbildern, aber das hier ist ein schön konkretes Beispiel zu den Segnungen des Freihandels im Bereich Alkohol und Tabak.

Die USA kämpfen gegen Haltbarkeitsdaten auf dem Whisky und die EU für ihre Herkunftsbezeichnungen wie Champagner, während sich Philipp Morris die Hände reibt. Philipp Morris und Co. klagt nicht mehr Importproduktdiskrimierung, sondern gegen jede Einschränkung vgl. Uruguay und Australien. Neben den Klagen gibt es Drohbriefe gegen jede Änderung im Bereich Tabak wie Werbeverbote, an Parlamentarier weltweit mit Verweis auf die laufende Prozesse. vgl. TPP „but states can opt out from tobacco-related measures“

Neben dem Freihandel argumentieren sie auch über TRIPS, aber nicht gegen Dritte, die ihre Marke mißbrauchen, sondern gegen jede Beschädigung ihrer Marke u.a. durch Werbeverbote.

Warum ist relevant? Weil die knappe Mehrheit für TIPP im US Senat durch Tabakstaaten-Senatoren gekippt werden könnte.

Hier nun das eigentliche Video und die dazugehörige Pressemitteilung:

„Freihandelsabkommen sind für die Suchtprävention von hoher Bedeutung, weil sie die Rahmenbedingungen für den Handel mit legalen Drogen verändern. Das Beispiel der Tabakindustrie zeigt, wie Unternehmen das internationale Handelsrecht nutzen, um Regierungen unter Druck zu setzen und den Verbraucherschutz zu schwächen. Deshalb wurden Tabakprodukte aus dem transpazifischen Freihandelsabkommen (TPP) weitgehend ausgeschlossen. Dasselbe sollte auch für das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) gelten. Darüber hinaus ist es aus Sicht der Suchtprävention sinnvoll, der Empfehlung des Deutschen Richterbundes zu folgen, und auf die Einführung einer Paralleljustiz zugunsten ausländischer Investoren zu verzichten. Nur so lässt sich verhindern, dass Alkoholkonzerne dem Beispiel der Tabaklobby folgen und auf Schadensersatz klagen, wenn ihnen ein neues Gesetz nicht gefällt.“ – Weiterlesen in der PDF

Mehr über das das im Video gezeigt geschwärzte Dokument.

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Dieser Artikel gibt einen Überblick über das Reizdarmsyndrom (Klassifikation, Verbreitung, gängige Therapieoptionen) sowie über den Einsatz von Cannabis als Medizin (Allgemeine Bewertung, Studienlage, Erfahrungen und Berichte von Ärzten und Patienten sowie Informationen zum Beantragen einer Ausnahmegenehmigung). Der Artikel ist Teil einer provisorischen Leitlinie zum Einsatz von Cannabis als Medizin.

Allgemeines zum Reizdarmsyndrom

Name der Erkrankung: Reizdarmsyndrom (RDS)

Synonyme: Irritables Darmsyndrom (IDS) (englisch irritable bowel syndrome (IBS)), Reizkolon, Colon irritabile, „nervöser Darm“

Art der Erkrankung: Der Begriff Reizdarmsyndrom bezeichnet eine Gruppe funktioneller Darmerkrankungen.

Zuständiger Facharzt: Gastroenterologe

Klassifikation nach ICD-10: K58.

Beschreibung: RDS ist eher ein Sammelbegriff, die Ausprägung der Symptome und damit auch die Therapieansätze sind sehr individuell. Die Leitlinien sprechen von einem plausiblen individuellen Krankheitsmodell als Grundlage für die Behandlung. Es gibt bei RDS keine Standardtherapie. Die Therapieversuche orientieren sich an den (Haupt-)beschwerden. Diese können sein Durchfall, Verstopfung, Schmerzen, Blähungen, Sodbrennen und Magenbeschwerden sowie Krämpfe. Anhang besonderer individueller Ausprägungen bzgl. Durchfall, Verstopfung oder wechselnde Stuhlgewohnheiten unterscheidet man RDS-Untergruppen.

Neben Medikamenten spielen auch allgemeine Maßnahmen wie Ernährung und Stressmanagment (Stichwort individuelle Triggerfaktoren) sowie die psychosomatische Grundversorgung eine wichtige Rolle bei der Behandlung.

„Trotz vielfacher Bemühungen auf allen Ebenen der Schul- und Naturmedizin ist bis heute das Mittel gegen das Reizdarmsyndrom, das allen Patienten hilft, nicht gefunden. Ein Grund mag sein, dass das Krankheitsbild eine so große Vielfalt von Symptomen, Ausprägungsgraden und individuellen Auslösern hat. Vieles konnte noch nicht vollständig erforscht werden.“ – Deutsche Reizdarmsyndromselbsthilfe e.V.

Gängige Therapien:

Alosetron, Amitriptylin, Butylscopolamin, Flohsamenschalen, Iberogast, Laktulose-Saft, Loperamid, Lubiproston-Tabletten, Mebeverin, Paroxetin, PEG-Elektrolyt-Laxantien, Pfefferminzöl, Probiotika, Prucaloprid, Rifaximin, Simeticon

Quelle: „Beispiele von gängigen Therapieschemata bei der pharmakologischen Behandlung des RDS von Erwachsenen“, Leitlinien

  • Sodbrennen und Magenbeschwerden: Säurebinder (Antacida), Antihistaminika mit Einfluß auf die Reizleitung am Magen, Protonenpumpenhemmer wie Pantozol
  • Übelkeit, Brechreiz oder Völlegefühl: Metoclopramid
  • Bauchbeschwerden / krampfhafte Bauchschmerzen: Myrrhe, Anticholinerika wie Buscopan, Muskelrelaxanzien, Pfefferminzölpräparate
  • Völlegefühl und Blähungen: Verdauungsenzyme, Dimeticon und Simethicon, Pfefferminze
  • Verstopfung: Abführmittel, Ballaststoff
  • Durchfall: Loperamid, Opiumtinktur, sehr niedrig dosierte Antidepressiva

Quelle: Deutsche Reizdarmsyndromselbsthilfe e.V.

Begleiterkrankungen: Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Depressionen, Kopfschmerzen, Fibromyalgie Weiterlesen

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Eigentlich wollte ich nur eine einfache Übersicht zum Thema „Welcher Cannabis-Wirkstoff wirkt bei welchen Diagnosen?“ für meine provisorische Leitlinie zum Einsatz von Cannabis als Medizin erstellen, aber ich habe mich wieder ein den Details verloren und endete ratlos bei den mir bisher völlig unbekannten „Cannabinoid Rezeptor Antikörpern“. Nun habe ich wieder viel gelesen und gelernt, aber anstelle von Antworten fand ich nur viele Fragen, die ich hier dokumentieren möchte.

Das Wissen bei dieser Fragestellung ist dünn, aber einige allgemeine, hilfreiche Aussagen kann man treffen. Beispielsweise ist bei  Cannabidiol die entkrampfende und entzündungshemmende Wirkung gut bekannt und man kann ihm das Einsatzgebiet Epilepsie klar zuordnen. Die Tücken beim Beantworten einer solchen Frage liegt aber im Konkretisieren. Weiterlesen

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Hanffreund: Claus Dieter Clausnitzer Foto: 9EkieraM1 / Lizenz: CC-by-sa-3.0 de
Hanffreund: Claus Dieter Clausnitzer Foto: 9EkieraM1 / Lizenz: CC-by-sa-3.0 de

Claus Dieter Clausnitzer, besser bekannt als „Vaddern Thiel“ aus dem Münster-Tatort hat sich in einem Interview klar zu seinem Cannabiskonsum und der Legalisierung bekannt. Das Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung am 30.4.2016 trägt den Titel „Claus Dieter Clausnitzer: „Gebt Cannabis frei!““

„Deutschlands bekanntester Taxifahrer“ spielt seit 2002 im WDR-Tatort mit und hat in der Serie als Herbert Thiel einen Nebenverdienst durch den Anbau von Hanf. Seine Ernte konsumiert er teilweise selbst, den anderen Teil verkauft er an Studenten in Münster.

Die Artikel ist Teil einer Liste mit prominenten deutschsprachigen Cannabiskonsumenten.

Bekannt ist der 77-jährige Schauspieler auch aus 700 Folgen von „Rote Rosen“ und seinem Mitwirken bei einem der berühmtesten aller Loriot-Sketche. Hier der relevante Teil des Interviews mit ihm:

Eine Frage ist im Zusammenhang mit dem Münster-„Tatort“ unvermeidlich: Wann haben Sie im wirklichen Leben Ihren letzten Joint geraucht?

Das muss man doch nicht sagen. Wieso überhaupt den letzten? (lacht) Weiterlesen

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Dieser Artikel ist Teil einer provisorischen Leitlinie zum Einsatz von Cannabis als Medizin.

Allgemeines zur Therapie mit Cannabis

SV Prof. Dr. Lukas Radbruch (Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), Bundesärztekammer (BÄK)) im Deutschen Bundestag 2012:

Tatsächlich scheint ein Ergebnis aus diesen Studien zu sein, dass bei vielen Indikationen bei einer Untergruppe der Patienten, ein guter Nutzen nachgewiesen werden konnte, teilweise auch in kontrollierten Studien über einen mehrmonatigen Einsatz. Zum Teil waren aber auch die Nebenwirkungen erheblich, so dass viele Patienten die Therapie deshalb abgebrochen haben. Nebenwirkungen sind in der Regel keine ernsthaften Komplikationen, sondern vor allem Müdigkeit und Konzentrationsstörungen, die die Patienten so belasten, dass sie die Therapie nicht fortsetzen wollen. Sie gefährden den Patienten aber nicht.

Wir ziehen daraus den Schluss, dass die Cannabissubstanzen, die wir zur Verfügung haben, als Rezeptur oder Fertigarzneimittel, ein sehr enges therapeutisches Fenster haben. Bei niedriger Dosierung reicht die Wirkung nicht aus, bei höheren Dosierungen belasten die Nebenwirkungen den Patienten. Es bleibt eine kleine Untergruppe, für die sich innerhalb dieses schmalen Korridors eine passende Dosis findet, mit der längerfristig eine Therapie durchgeführt werden kann.

Das heißt, tatsächlich ist die Identifikation von Patienten, bei denen eine Therapie einen hohen Nutzen bei vertretbaren Nebenwirkungen bringt, der wesentliche erste Schritt. Dieser wäre weniger an einzelne Indikationen gebunden als an einen mehrwöchigen Therapieversuch.

Siehe zudem:

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Dieser Artikel ist Teil einer provisorischen Leitlinie zum Einsatz von Cannabis als Medizin.

Mehrfachwirkung statt Multimedikation

Ein Vorteil von Cannabis als Medizin bei einigen Erkrankungen ist die Wirksamkeit gegen mehrere Symptome, Komorbiditäten wie Depressionen, Schmerzen, Schlafprobleme und/oder Nebenwirkungen von anderen Therapien. Beispielsweise kann Cannabis bei der Diagnose Krebs gegen die Abmagerung, Schmerzen sowie die Übelkeit und das Erbrechen durch die Chemietherapie helfen.

Dr. Eberhard Pirich, Bionorica AG im Deutschen Bundestag 2012: Das heißt, die Angriffspunkte der Wirkstoffe sind vielfältig und nicht nur, wie in Deutschland mit Sativex, auf ein einziges Symptom, nämlich die Spastik konzentriert. Darin besteht auch der besondere Wert, dass sie nicht nur ein Zielsymptom, sondern eine Kaskade von Symptomen verbessern können. Diese Kaskade kommt gerade bei Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose, wo die Spastik sehr oft mit chronischen Schmerzen oder auch mit Schlafstörungen oder depressiver Stimmungslage verbunden ist, zum Tragen.

Zudem hat Cannabis kaum problematische aber in einigen Fällen eine positive Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Daher kann es ohne Probleme zusammen mit anderen Medikamenten eingesetzt werden. Es kann eine Alternative sein wenn andere Medikamente problematische Wechselwirkungen oder Nebenwirkungen mit sich bringen könnten. Durch seine ergänzende oder Verstärkerwirkung kann bei einigen Medikamente deren Dosierung und damit die Nebenwirkungen reduziert werden.