Gedanken zum Thema Doping

Geschrieben am 11. Juli 2010 von Maximilian Plenert
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Das Thema Doping ist mit der Drogenpolitik recht verwandt, es tun sich ähnliche Fragestellungen auf und teilweise sind auch die gleichen Substanzen betroffen. Zur Dopingfrage habe ich noch keine fertige Meinung, insbesondere weil im Profisport und dem Bereich Alltagsdoping der Ansatz eines freien und autonomen Individuums angesichts der kapitalistischen Realität zu kurz greift.

Zuallererst würde ich vier Formen des Dopings klar unterscheiden weil es jeweils unterschiedliche Fragen sind, die es zu diskutieren gilt, wenngleich es natürlich fliessende Übergänge zwischen den Bereichen, den Motiven und den eingesetzten Mitteln gibt.

Meistens wird beim Einsatz von Doping an den Leistungssport, insbesondere bei Profisportlern gedacht. Profisport ist ein Markt, Profivereine sind Unternehmen und Fair Play existiert in der Marketingabteilung oder in der Form von sportrechtlicher Regelungen. Der Marktwert eines Sportler wird durch dessen Leistungsfähigkeit bestimmt. Alleine die erste und zweite Fussballbundesliga machen einen Gesamtumsatz von zwei Milliarden Euro jährlich. Real Madrid, Manchester United und der FC Barcelona kommen zusammen auf eine Milliarde Euro. Der weltweite Sportmarkt hat einem Umsatz von 130 Milliarden Dollar. Leistungssportler beginnen ihre Karriere in ihrer Kindheit und müssen sich spätestens nach dem Ende ihrer Ausbildung, eher schon mit dem Ende der Schullaufbahn für oder gegen den Profisport entscheiden. Ein normales Erwerbsleben kennt ein Profisportler nicht, er ist von seinen Beruf wirtschaftlich überdurchschnittlich abhängig und deswegen einem enormen ökonomischen, aber auch sozialen Druck ausgesetzt seine Leistungen zu halten oder weiter zu steigern. Zudem kommt noch eine massive Abhängigkeit von den Trainern.

Hier einige aktuelle Zeitungsartikel zum Thema:

Der zweite Bereit im Doping ist der Breitensport und der Bodybuildingbereich. Hierzu schreibst das Robert Koch Institut im Heft 34 “Doping beim Freizeit- und Breitensport“: “Etwa 6 % bis 8 % der Jugendlichen haben einschlägige Erfahrungen mit dem Konsum von Anabolika und anderen Dopingsubstanzen.” Ferner werden darin mehrere Umfrage in Sportstudios und im Bodybuildingbereich beschrieben, die meiste zweistellige Prozentzahlen bei der Frage nach Anabolikagebrauch, ergaben. Konsumiert werden anabole androgene Steroide und ähnlich wirkende Substanzen, Amphetamine sowie Diuretika (harntreibende Mittel). Der jährliche Umsatz für Dopingmittel in Deutschland beträgt nach einer Untersuchung aus dem Jahr 2002 des niedersächsischen Innenministeriums und des Bundesinstituts für Sportwissenschaft 100 Millionen Euro. Im Breitensport ist der Konsum von Schmerzmittel, von Voltaren über Aspirin bis Paracetamol, verbreitet.

Ein weitere Bereich ist das alltägliche Doping um im Beruf und Leben zu funktionieren. Hierunter fällt das tägliche Aufpushen mit Koffein und das Schlucken von Schmerzmitteln um trotz Krankheit Arbeiten gehen zu können.

Zuletzt ist noch das mentale Doping an Schulen, Universitäten und in der Wissenschaft allgemein zu erwähnen, hier spielen neben dem allgegenwärtigen Koffein speziell Ritalin und Modafinil die grösste Rolle.

To be continued…

Drogenpolitischer Nachrichtenüberblick für Anfang Juli

Geschrieben am 11. Juli 2010 von Maximilian Plenert
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Das Deutschlandradio berichtete am 3.7. in der Sendung Hintergrund Politik über den weltweiten Kampf gegen die Drogen. Max-Peter Ratzel, der ehemalige Leiter von Europol, erzählt darin wie innerhalb der letzten 5 Jahre die Kartelle in Mexiko entstanden und seitdem enorm gewachsen sind. Inzwischen kämpfen sie teilweise offen mit dem Staat um die Macht in Mexiko, dabei starben bereits 23.000 Menschen – Tendenz steigend. Ratzel weiter: “Sie können solch komplizierte Phänomene wie Drogenkriminalität oder Terrorismus nicht mit militärischen Mitteln lösen. Der sogenannte War on Drugs, den die Amerikaner geführt haben, war aus meiner Sicht schon sprachlich falsch angelegt, und deshalb war es auch relativ konsequent, dass er als solcher gescheitert ist.”

In NRW steht die rot-grüne Minderheitenregierung und im Koalitionsvertrag ist zumindest ein kleiner drogenpolitischer Fortschritt zu verzeichnen: “Um die Justiz zu entlasten und Gelegenheitskonsumentinnen und -konsumenten zu entkriminalisieren, werden wir die Eigenbedarfsgrenzen wieder auf den Stand 2007 anheben.” Es bleibt spannenden ob und wie sich die beiden Wahlempfehlungen des DHV, Grüne und Linke, in ihren unterschiedlichen Rollen bei diesem Thema vorantreiben werden.

Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hat einen neuen Leiter. Der russische Diplomaten Juri Fedotow wurde vom UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zum Nachfolger von Antonio Maria Costa ernannt. Parallel ist ein starker Anstieg an Artikelveröffentlichungen zum Thema Drogen und Drogenpolitik (Schwerpunkt Opium / Afghanistan) bei RIA Novosti , der größten und staatlichen Nachrichtenagentur Russlands und damit gleichzeitig dem Sprachrohr des Kremls zu verzeichnen. Dies sollte angesichts von jährlich rund 30 000 Drogentote in Russland eigentlich normal sein, die plötzliche Intensivierung der russischen Medienberichterstattung ist jedoch bemerkenswert.

Heute ist der Tag 52 des Hungerstreikes von Bernard Rappaz in der Schweiz. Der unbeugsame Hanfbauer möchte damit eine Revision seines Prozesses erreichen. Die Walliser Sicherheits- und Sozialdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten, die für den Fall verantwortlich ist, gibt sich hart, was ihr in den Augen mancher als ein “Prinzipien vor Menschenleben” Denken gewertet wird.

Spannendes bleiben auch die Entwicklungen in Grossbritannien. Die liberal-konservative Regierung will nicht nur angesichts des enormen Spardruck die Gefängnisse leeren, sondern denkt auch darüber nach durch eine Entkriminalisierung von Drogen Geld zu sparen. Mehrere hochrangige Vertreter der Lib Dems sowie Tories haben sich in den vergangen Jahren offen für eine neue Drogenpolitik gezeigt, aktuell titelt der Mirror: “David Cameron could be man to de-criminalise cannabis” und eine Umfrage der Lib Demos zeigt eine Zustimmung von 70% für eine Cannabislegalisierung.

Rassimus in der Drogenpolitik

Geschrieben am 9. Juli 2010 von Maximilian Plenert
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Die Geschichte und Gegenwart der Drogenpolitik ist geprägt von Rassismus. Seit dem Beginn der modernen Drogenpolitik vor etwas mehr als 100 Jahren wurde der Drogenkonsum der „Anderen“ immer wieder dämonisiert. Im Namen des moralischen und gesundheitlichen Schutzes der weißen Mehrheitsgesellschaft vor dem verderblichen Einfluss dieser Drogen werden bis heute diskriminierende und menschenverachtende Repressionsmaßnahmen gerechtfertigt.

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Peace on Drugs

Geschrieben am 23. Juni 2010 von Maximilian Plenert
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Tödlich sind nicht die Drogen, sondern der Krieg gegen sie

Drogenpolitik ist für viele ein Randthema; ein wenig „Gebt das Hanf frei“ hier, einige saufende Jugendliche dort und eine ewige Debatte über die Heroinabgabe an einige tausend Junkies. Global betrachtet, ist ihre Bedeutung weitaus größer – in einigen Ländern der Welt ist Drogenpolitik zu einer der fundamentalen Fragen der Politik geworden. Die Folgen der derzeitigen globalen Drogenverbotspolitik sind dort kaum zu übersehen. In Mexiko, Kolumbien oder jüngst in Jamaika kämpfen inzwischen die Drogenkartelle offen gegen die Regierungen und um die Macht im Staat. Die Folgen für die demokratischen Systeme sind verheerend: Sei es die grassierende Korruption, die den mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón dazu brachte, die Polizei mancherorts durch SoldatInnen zu kontrollieren bzw. ganz zu ersetzen, sei es die Übernahme ganzer Stadtviertel durch Drogenbanden oder die Nichtahndung unzähliger Menschenrechtsverletzungen durch den Staat im Drogenkrieg. Weiterlesen!

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