Share on Google+0Tweet about this on TwitterShare on Facebook19Share on LinkedIn0Email this to someonePrint this page

Da mir einige Fragen immer wieder bei meiner Arbeit für den Deutschen Hanf Verband begegnen, werde ich hier versuchen einige davon zu beantworten. Hier die Liste meiner Fragen, die ich angehen werde:

  • Wird Cannnabis in Deutschland jemals legal?
  • Wann kommt die Legalisierung?
  • Wie können wir eine Legalisierung erreichen?
  • Welche Auswirkungen hat die Legalisierung in zwei US-Staaten?
  • Können wir in Deutschland eine Volksabstimmung wie in den USA initiieren?
  • Was sagt David Nutt zum Thema Cannabis und Psychosen?
  • Welchen Sinn haben Petition auf change.org oder bei avvaz?
  • Was ist mit unserer Petition?
  • Warum ist Drogenpolitik so wenig Thema?
  • Welche Mehrheiten haben wir in Deutschland?
  • Warum passiert so wenig in Deutschland?
  • Warum bietet der Hanfverband keine Rechtsberatung?
  • Was kann jeder einzelne tun?
  • Macht Cannabis abhängig und ist der eine relevante Frage?
  • Wie könnte eine Legalisierung aussehen?
  • Was kann der Hanfverband leisten und was nicht?

Dazu kommen noch einige Erläuterungen wie Politik meiner Erfahrung nach funktioniert.

Nun Teil 2: Wieviele Menschen konsumieren in Deutschland Cannabis?

Aktualisiert am 06.11.2013

Kurzversion: Circa 3,9 Millionen Menschen haben im letzten Jahr Cannabis konsumiert. Jemals in ihrem Leben Cannabis konsumiert haben ca. 17 Millionen Menschen, im letzten Monat waren es 1,8 Millionen. Die offiziellen Zahlen lauten 1,4 Millionen, 2,8 Millionen und 13 Millionen.

Lange Version: Im DBDD Bericht 2013 (Seite 25 Druckversion, Seite 57 in der PDF) findet sich folgende Tabelle:

prävalenz2013ESA steht hierbei für Epidemiologische Suchtsurveys und DAS für die Drogenaffinitätsstudie der BZgA, mehr dazu im DBDD Bericht.

Die DBDD schreibt explizit dass die genanten Zahlen Minimalschätzungen darstellen. Untersuchungen aus den USA legen nahe dass bei allgemein Umfragen 40% der Cannabiskonsumenten fehlen. Von den genannten Werten müssen noch je nach betrachteter Prävalenz 0,7%, 0% und 0,3% abgezogen werden, diese Personen konsumierten illegalierte Drogen aber kein Cannabis.

Die Gruppe der unter 12 Jährigen und über 65 Jähren wird von den offiziellen Zahlen nicht erfasst, wobei sie insbesondere beim aktuellen Konsum auch keine Rolle spielen dürften. Bei der noch erfassten Gruppe zwischen 60-64 Jahren lag der Konsum illegalisierte Drogen in den letzten 12 Monaten bei 0,4% und in den letzten 30 Tagen bei 0,2%. Den Löwenanteil machte hier – im Gegensatz zu den Altersgruppen darunter – nicht Cannabis sondern Kokain aus. Die Lebzeitprävalenz bei Cannabis betrug 7,7%, die Zahl 17 Millionen insgesamt ist damit also auch eher zu niedrig angesetzt.

Quelle: Der jährliche Bericht zur Drogensituation in Deutschland 2013, erstellt für die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) von Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD)

 

7 Gedanken zu „FAQ Drogenpolitik – Wieviele Menschen konsumieren in Deutschland Cannabis?

  1. Auch ich denke: Die Zahlen des Drogenberichts der ESA sind zu gering .

    Die Untersuchung beruht im Wesentlichen auf Befragungen. Wer sagt schon die Wahrheit, wenn er Strafverfolgung und Führerscheinentzug riskiert? Auch nach meiner anwaltlichen Erfahrung ist insbesondere Cannabiskonsum wesentlich weiter verbreitet, als es der Drogenbericht annehmen lässt.

    Politisch ist dies prekär, da die Gruppe der Cannabiskonsumenten damit marginalisiert wird.

    Fahrerlaubnisrechtlich, bei der Frage inwieweit sich Cannabiskonsum auf die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen und „erlaubnisfreien Fahrzeugen“ (z.B. Fahrrad, Mofa) auswirkt, führt die fehlerhafte Sachverhaltsdarstellung durch den Drogenbericht zu falschen oder fragwürdigen Ergebnissen. Wenn bekannt wäre, wie viele Menschen tatsächlich gelegentlich oder regelmäßig Cannabis konsumieren, wäre in Frage zu stellen, ob geringe (Rest-)Mengen von THC die Fahreignung wirklich einschränken? Wissenschaftlich belegt ist immerhin, dass bereits bei Konsum mittelgroßer Mengen am Abend am folgenden Morgen noch THC-Mengen nachweisbar sind, die bei Autofahrten im Regelfall zumindest zu einem Bugeld von 500,- Euro und einem Fahrverbot von 1 Monat führen. Faherlaubnisrechtlich führt dies für die Betroffenen außerdem zumindest zur Anordnung eines fachärztlichen Begutachtung; oft führt ein solcher Bußgeldbescheid zum Entzug des Führerscheins.

    Rechtsanwalt Paul Wegener
    twitter.com/RaPaulWegener

  2. Pingback: TOP 20 Nachrichten zum Thema Drogen und Drogenpolitik aus dem November 2013 | Alternative Drogenpolitik

  3. Hallo Max,

    wie genau kommst du bitte in der Kurzversion der Antwort auf die 1,7 Millionen bei einer 30-Tages-Prävalenz?
    ESA 2012 sagt rund 1,3 Millionen für die Altersgruppe 18 – 64 Jahre.

    Mögliche Antwort:
    +40% für diejenigen, welche von der Statistik nicht erfasst werden, weil sie es es nicht zugeben.
    -0,3% für diejenigen, welche fälschicherweise angeben, Cannabis zu konsumieren

    Kommt aber auch nicht richtig hin.
    Bin dankbar für jede Aufklärung!

    Viele Gruesse,
    Chris.

  4. Ich kann es gerade auch nicht mehr ganz nachvollziehen, habe die Zahl mal in 1,8 Millionen geändert. Das ist nun 2,3% von 2,6% bei den Erwachsenen + U18 und das Ganze mal 1,4. 100% genau sind alle diese Zahlen eh nicht, ich hatte für eine ausführliche Berechnung die Bevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren für das Jahr 2012 ebenfalls aus Genesis bezogen und kam auf 50,8 Millionen, die DBDD fand 51,7 Millionen – das kann ich mir gerade nicht erklären.

  5. Hat mir garnicht weitergeholfen,fasst euch kurz ich hab net so VIEL ZEIT! Trozdem eine prossitive bewertung von mir, ihr seid kuhl;)

Hinterlasse eine Antwort

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>