Entwicklung von drogenbedingten Todesfällen in bundesdeutschen Großstädten mit und ohne Drogenkonsumraum

Fazit: Durch die Einführung von Drogenkonsumräumen konnten in den Städten Frankfurt, Hannover, Hamburg und Saarbrücken in den Jahren 1998, 1999 und 2000 im Vergleich zu 1994 69 Drogentodesfälle verhindert werden. Die Zahl der Toten sank auf 72% des Basiswertes, in den aufgeführten Städten ohne Konsumräumen sank er nur auf 90%. Durch das Nichteinrichten eines Konsumraumen wurden 49 Drogentodesfälle nicht vermieden.

Quelle: Drogen- und Suchtbericht 2000

1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000
Jahr
Mit Konsumraum
Frankfurt 53 44 30 22 35 24 28
Hannover 31 30 37 19 26 13 17
Hamburg 151 141 159 127 132 115 102
Saarbrücken 9 11 7 9 13 10 9
Ohne Konsumraum
Dortmund 31 22 18 26 19 20 41
Essen 18 28 26 38 18 28 18
Stuttgart 25 25 21 15 25 39 35
Nürnberg 9 12 15 16 17 22 34
Düsseldorf 15 24 21 9 8 10 17
Mannheim 28 27 31 35 36 24 28
Köln 97 74 61 34 39 45 58
München 69 73 68 57 67 59 84
Summe: Städte mit Konsumraum 244 226 233 177 206 162 156
Wert in Relation zum Basisjahr 1994 100 92,62 95,49 72,54 84,43 66,39 63,93
Summe: Städte ohne Konsumraum 292 285 261 230 229 247 315
Wert in Relation zum Basisjahr 1994 100 97,60 89,38 78,77 78,42 84,59 107,88
Insgesamt 536 511 494 407 435 409 471
Wert in Relation zum Basisjahr 1994 100 95,34 92,16 75,93 81,16 76,31 87,87
Mit Ohne Insgesamt
Mittelwert der Jahre 1998 1999 und 2000 175 264 438
Mittelwert in Relation zum Basisjahr 1994 71,58 90,30 81,78
Differenz der relativen Änderung ohne 18,71
Konsumraum zu mit Konsumraum
Kein Konsumraum = Nicht vermiedene Tote 49
Konsumraum = Vermiedene Drogentote 69
Dieser Beitrag wurde unter Drogenpolitikforschung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Entwicklung von drogenbedingten Todesfällen in bundesdeutschen Großstädten mit und ohne Drogenkonsumraum

  1. Anonymous sagt:

    “Tote” kosten den Staat sicherlich weniger,…. außerdem gibt es ja noch keine “Mehrwertsteuer” auf “illegale Drogen”. Kostensenkung auf CDU-FDP- Art?

  2. corny sagt:

    “Tote” kosten den Staat sicherlich weniger,…

    Ich glaube, dass ist zu einfach gedacht. Drogenabhängige sterben ja meist nicht einfach so, sondern verursachen dabei einen erheblichen Volkswirtschaftlichen schaden (Behandlungskosten, Betreuungskosten, Notärzte, Polizeieinsätze, Beschaffungskriminalität, Schwarzarbeit…). Drogenabhängige, die auf der Straße leben gehen ja im Normalfall auch nicht arbeiten, also fällt diese Wertschöpfungsmöglichkeit ebenfalls weg. Da alles könnte durch die Einführung von staatlicher Heroinvergabe und Drogenkonsumräumen stark reduziert werden. Abhängige würde die Möglichkeit gegeben ein produktives Leben zu führen und einer Arbeit nachzugehen.

    Schade, dass wir die BLÖD-Zeitung nicht auf unserer Seite haben, sonst gäbe es jetzt eine schöne Überschrift “Drogenpolitik tötet 50 Menschen pro Jahr”.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>