Der Export von Opium war das gesamte 19. Jahrhundert neben Salz und Grundsteuer die wichtigste Steuerquelle für die britische Kolonie Indien. Ökonomisch war das Opium – neben Baumwolle – für das Empire bedeutungsvoll, da es die Handelsbilanz mit China erst ausgleichen und dann zu Ungunsten der Chinesen verschieben konnte. Zuvor floss in großen Maßstab britisches Silber nach China, im Gegenzug wurden Produkte wie Seide und Porzellan gekauft. Bis 1858 war der Opiumhandel durch seine Illegalität noch gehemmt. Nachdem Großbritannien in zwei Opiumkriegen den chinesischen Markt mit militärischer Gewalt geöffnet hatten, floss das indische Opium allerdings in Strömen. 1880 erreichten der Handel sein Höhepunkt.
Wie ich gerade sehe, steht zu diesem Thema auch etwas in der Wikipedia, das deckt sich mit meinen Zahlen.
- 1729: 200 Kisten à 70 kg = 14 Tonnen
- kurz vor 1840: 30.000 Kisten = 2100 Tonnen
- 1880: 105.000 Kisten = 7350 Tonnen
Zum Vergleich: Die weltweite illegale Produktion von Opium in den letzten Jahren lag bei etwa 5000-9000 Tonnen – also soviel wie die Importe alleine nach China 1880. In der englischsprachigen Wikipedia wird angedeutet, dass die weltweite Produktion 1906 bei etwa 30000 Tonnen lag, in einem anderen Artikel ist von 42600 Tonnen 1906 und 12600 Tonnen 2007 die Rede, wobei 2007 die legale und in illegale Produktion von Opium und Äquivalenten gemeint ist.
Interessanter werden die Zahlen wenn man ihn auf die Einwohnerzahl Chinas umrechnet. Waren es 1729 noch 90 kg Opium pro Millionen Einwohner, stiegen die britischen Importe 1840 und 1880 auf 5,25 bzw. über 18 Tonnen pro Millionen Einwohner Chinas. Dazu kommt noch Opium aus dem Inland und Importe aus anderen Ländern.
Zum Vergleich: In Deutschland wurden 2010 circa eine halbe Tonne Heroin beschlagnahmt, geht man von einer Beschlagnahmungsquote von 5% aus kann man davon ausgehen, dass ca. 10 Tonnen Heroin auf dem Markt waren – bei über 80 Millionen Einwohnern!
Quellen:
- Globalisierte Drogenpolitik – Die protestantische Ethik und die Geschichte des Drogenverbots; Holzer, Tilmann
- Chart of China’s Population Growth Throughout History
- World Drug Report 2011





Vermutlich wurde damals nicht das gesamte Opium tatsächlich verraucht. Ähnlich wie dies heute in Afghanistan der Fall ist, wird ein Teil als Währung(sersatz) und organisches Sparbuch verwendet worden sein.
Zum Verständnis der Wertigkeit der Heroinmenge wäre es für mich hilfreich, wenn du verraten würdest, wie viel Opium man für eine Tonne Heroin braucht. Das wieß ich nämlich nicht und konnte es spontan auch nicht ergooglen.
Heroin ist billig wie nie und in den Ballungszentren so einfach zu bekommen wie ein Käse-Croissant. Die Qualität des Braunen ist gut. Mit Zeug vom Wert eines Zwannis kann sich der unbeleckte Anfänger ex`en. Die Verpackung in feuerzeugverschweißtem Zellophan weist auf Massenproduktion von Verkaufseinheiten hin. Zentner für Metropolen. Tonnen für Länder.
Würde es den durchschnittlichen Junkie irgendwie am Rande interessieren, er würde sich vermutlich die Fortdauer der Besatzung Afghanistans wünschen, denn nie war die Heroin-Versorgungslage Europas besser als zu sowjetischen oder amerikanischen “Beschützerzeiten.”
Das ganze Thema kurz und gut umrissen, wer liest heut noch freiwillig mehr, mit den wichtigsten Grundfakten, ist den meisten eh unbekannt. Das “warum” und woher heute opiatbedürftige Menschen weltwirtschaftspolitisch bedingt immer noch leiden müssen u.a. Das Verhältniss Rohopium zu Heroinbase ist 10 : 1 (10kg Opium = 1kg Heroinbase/brown sugar) Seit die Allierten nach Afghanistan 2001 einmarschierten wurde seit Jahr 1 = 1to (ca.) und heute 2012 xxxxxx to geerntet. Doch der “Junkie” sollte sich lieber cleanes Diamorphin wünschen, falls er nicht suizidalen Gedanken nachhängt. (http://de.wikipedia.org/wiki/Diamorphin)
Der Anbau war Taliban Jahr 2001 besonders, niedrig, danach und DAVOR war er so hoch wie eh und je… http://www.sldinfo.com/wp-content/uploads/2010/06/Weitz-Figure-5-pic-600.jpg